Einbruchschutz im Herbst: Was die Hausratversicherung zahlt
Der Feierabend beginnt mit einem mulmigen Gefühl: Die Wohnungstür steht einen Spalt offen, obwohl Sie sich sicher sind, abgeschlossen zu haben, und im Flur liegen Splitter vom Türrahmen. In der Nachbarschaft macht seit ein paar Tagen die Nachricht die Runde, dass gleich in zwei Häusern der Straße eingebrochen wurde. Mit den kürzer werdenden Tagen häufen sich solche Geschichten wieder – und viele Berlinerinnen und Berliner fragen sich, wie gut ihr Zuhause eigentlich abgesichert ist. Zwischen Spätsommer und Frühjahr, wenn es morgens und abends lange dunkel bleibt, rückt das Thema Einbruchschutz in vielen Haushalten wieder stärker in den Alltag – nicht aus Panik, sondern aus dem nachvollziehbaren Wunsch, sich und das eigene Zuhause gut vorbereitet zu wissen.
Warum die dunkle Jahreszeit als Einbruchssaison gilt
Dass Einbrecher die frühe Dunkelheit nutzen, ist mehr als ein Klischee. Bundesweit registrierte die Polizei im Jahr 2025 rund 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich Versuchen – ein Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits die vierte Steigerung in Folge. In Berlin fiel die Entwicklung noch deutlicher aus: Mit 10.618 erfassten Fällen stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche hier um rund 24,5 Prozent, das entspricht etwa 271 Taten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Eine differenziertere Zahl macht allerdings auch Mut: Bundesweit blieb fast jeder zweite Einbruchsversuch im Versuchsstadium stecken, in Berlin lag dieser Anteil bei knapp 46 Prozent. Einbruchhemmende Technik und aufmerksame Nachbarschaften wirken also – Täter geben häufig auf, wenn ein Fenster oder eine Tür nicht innerhalb weniger Minuten überwunden werden kann.
Was die Hausratversicherung im Schadenfall leistet
Kommt es trotzdem zum Einbruch, greift in der Regel die Hausratversicherung. Sie deckt klassischerweise die sogenannten FELS-Gefahren ab: Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Beim Einbruch ersetzt sie nicht nur gestohlene Gegenstände, sondern in vielen Tarifen auch mutwillige Beschädigungen, die die Täter beim Eindringen oder in der Wohnung verursachen.
Ein Punkt, der in der Praxis häufig übersehen wird, ist die Höhe der Versicherungssumme. Wer seinen Hausrat zu niedrig ansetzt, riskiert im Schadenfall eine anteilige Kürzung der Leistung. Viele aktuelle Tarife rechnen daher pauschal mit rund 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und vereinbaren einen Unterversicherungsverzicht – die Versicherungssumme wird dann nicht mehr einzeln geprüft, solange die Pauschale eingehalten ist.
Laut GDV lag der durchschnittliche Schaden je vollendetem Wohnungseinbruch 2025 bundesweit bei rund 3.850 Euro – in Berlin, wo auch hochwertigerer Hausrat und Elektronik betroffen sind, wurden im Schnitt sogar rund 8.832 Euro pro Fall registriert.
Diese Differenz zeigt, wie wichtig eine realistische Einschätzung des eigenen Hausrats ist – von Möbeln über Elektronik bis hin zu Fahrrädern, die häufig im Keller oder auf dem Balkon abgestellt werden und dort ebenfalls mitversichert sein sollten. Zu beachten ist außerdem, dass viele Tarife für besonders wertvolle Gegenstände wie Bargeld, Schmuck oder Kunstwerke eigene Entschädigungsgrenzen vorsehen. Wer solche Wertsachen im Haushalt hat, sollte prüfen, ob die vereinbarten Summen dafür ausreichen oder ob sich eine Anpassung des Vertrags anbietet.
Einbruchschutz: Was Sie selbst tun können
Neben der passenden Versicherung lohnt sich ein Blick auf mechanische und organisatorische Sicherung, denn Prävention ist ein wichtiger Baustein des Schutzes. Dazu zählen zum Beispiel:
- Fenster und Terrassentüren mit Pilzkopfverriegelungen oder abschließbaren Griffen nachrüsten
- Bei längerer Abwesenheit Zeitschaltuhren für Licht nutzen, damit die Wohnung bewohnt wirkt
- Mit Nachbarinnen und Nachbarn absprechen, wer während des Urlaubs den Briefkasten leert
- Kellerabteile und Fahrradräume ebenfalls sichern, da sie häufig als leichtes Ziel gelten
- Abwesenheiten nicht öffentlich in sozialen Netzwerken ankündigen
Solche Maßnahmen ersetzen keine Versicherung, senken aber nachweislich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einbruchsversuch überhaupt gelingt. Auch eine kurze Beratung durch die örtliche Polizei zum Einbruchschutz, wie sie in vielen Berliner Bezirken kostenfrei angeboten wird, kann helfen, Schwachstellen an Türen und Fenstern zu erkennen, bevor es zu einem Schaden kommt.
Hausrat und Gebäude sauber trennen
Wichtig für Mieterinnen, Mieter und Eigentümer gleichermaßen: Die Hausratversicherung ersetzt den Inhalt der Wohnung, nicht aber Schäden am Gebäude selbst. Wird beim Einbruch die Wohnungstür oder der Fensterrahmen beschädigt, ist das ein Fall für die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers – bei Eigentümern also idealerweise ebenfalls im Blick behalten. Wer noch unsicher ist, welche Absicherung zur eigenen Wohnsituation passt, findet einen ersten Überblick auf unserer Seite für Privatkunden.
Gerade nach einem Einbruch zeigt sich, ob Versicherungssumme, Selbstbeteiligung und Zusatzbausteine wie Fahrraddiebstahl außerhalb der Wohnung tatsächlich zur eigenen Situation passen. Ein regelmäßiger Check lohnt sich – nicht erst, wenn es bereits geklingelt hat. Über unsere Kontaktseite erreichen Sie uns unkompliziert für eine erste Einschätzung.
Sie sind unsicher, ob Ihr Schutz ausreicht? Sprechen Sie uns unverbindlich an – wir beraten Sie als unabhängiger Makler.
Ihr Team von Witte & Grabert


