Versicherungslexikon: Versicherungsbegriffe von A bis Z
Das Versicherungslexikon von Witte & Grabert erklärt 132 Fachbegriffe aus Versicherungsverträgen, Schadenfällen, Haftung, Vorsorge und Gewerbe – kurz, verständlich und mit Verweis auf die Rechtsgrundlage, wo es eine gibt.
Versicherungsbedingungen sind voller Begriffe, die im Alltag niemand benutzt – und genau an ihnen entscheidet sich im Schadenfall, ob und wie viel gezahlt wird. Jeder Eintrag beginnt deshalb mit einer Definition in einem Satz, danach folgt, was der Begriff für Sie praktisch bedeutet.
Stand: 132 Begriffe in 7 ThemenbereichenRechtsgrundlagen verlinkt auf gesetze-im-internet.de
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A
Gesundheit & Arbeitskraft
Abstrakte Verweisung
Die abstrakte Verweisung erlaubt einem Berufsunfähigkeitsversicherer, Leistungen abzulehnen, wenn die versicherte Person theoretisch einen anderen Beruf ausüben könnte, der ihrer Ausbildung und Lebensstellung entspricht – auch wenn sie ihn tatsächlich nicht ausübt.
Gute Tarife verzichten ausdrücklich darauf. Das Gesetz lässt eine solche Klausel als Vereinbarung zu; sie ist also kein Automatismus, sondern eine Frage des Tarifs.
Eine Allgefahrendeckung (auch „All-Risk“) versichert eine Sache gegen alle Gefahren, die im Vertrag nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.
Der Unterschied zur klassischen Deckung liegt in der Logik: Dort ist nur versichert, was genannt ist (etwa Feuer, Leitungswasser, Sturm). Bei der Allgefahrendeckung ist alles versichert, was nicht ausgeschlossen ist. Typisch ist sie bei Photovoltaikanlagen, Elektronik und Maschinen.
Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) sind das Regelwerk eines Versicherers, das festlegt, was versichert ist, was ausgeschlossen ist und welche Pflichten beide Seiten haben.
Zusammen mit dem Versicherungsschein bilden sie den Vertrag. Zwei Tarife mit gleichem Namen und gleichem Beitrag können sich in den AVB erheblich unterscheiden – genau dort liegt beim Vergleich die eigentliche Arbeit.
Ein Allmählichkeitsschaden ist ein Schaden, der nicht durch ein plötzliches Ereignis, sondern schleichend über längere Zeit entsteht – etwa durch Feuchtigkeit, Abwässer, Rauch oder Temperatur.
Ältere Haftpflichtbedingungen schlossen solche Schäden oft aus. Moderne Tarife schließen sie häufig wieder ein. Beispiel: Aus einem undichten Anschluss tropft über Monate Wasser in die Decke der Nachbarwohnung.
Die vorvertragliche Anzeigepflicht verpflichtet Antragsteller, alle ihnen bekannten Gefahrumstände anzugeben, nach denen der Versicherer vor Vertragsschluss in Textform fragt.
Wer Fragen – zum Beispiel Gesundheitsfragen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung – falsch oder unvollständig beantwortet, riskiert, dass der Versicherer zurücktritt, kündigt oder den Vertrag anpasst. Im Leistungsfall ist das besonders bitter. Deshalb gilt: vollständig, wahrheitsgemäß und im Zweifel mit Unterlagen vom Arzt antworten.
Arbeitsunfähigkeit bedeutet, dass jemand wegen Krankheit oder Unfall seine Arbeit vorübergehend nicht ausüben kann – belegt durch eine ärztliche Bescheinigung.
Sie ist nicht dasselbe wie Berufsunfähigkeit: Arbeitsunfähigkeit ist vorübergehend, Berufsunfähigkeit voraussichtlich dauerhaft. Angestellte erhalten zunächst Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber, danach Krankengeld der Krankenkasse; ein Krankentagegeld kann die Lücke schließen.
Ein Ausschluss (Risikoausschluss) ist eine Regelung im Vertrag, nach der bestimmte Ursachen, Schäden oder Tätigkeiten nicht versichert sind.
Ausschlüsse stehen in den Versicherungsbedingungen und sind oft der entscheidende Unterschied zwischen zwei Tarifen. Typische Beispiele sind Vorsatz, Krieg oder – je nach Tarif – bestimmte Sportarten. Wer Ausschlüsse kennt, erlebt im Schadenfall keine Überraschung.
Die Außenversicherung erweitert die Hausratversicherung auf Gegenstände, die sich vorübergehend außerhalb der Wohnung befinden – etwa im Urlaub, im Krankenhaus oder bei der Arbeit.
Sie ist meist auf einen Teil der Versicherungssumme und eine bestimmte Dauer begrenzt. Diebstahl aus dem Auto oder Fahrraddiebstahl sind oft nur mit zusätzlicher Vereinbarung versichert.
Die Basisrente, nach ihrem Erfinder auch Rürup-Rente genannt, ist eine private Altersvorsorge, deren Beiträge als Sonderausgaben steuerlich absetzbar sind und die eine lebenslange monatliche Rente zahlt.
Sie ist besonders für Selbstständige und Gutverdiener interessant. Im Gegenzug ist das Kapital gebunden: Es gibt keine Auszahlung auf einen Schlag, die Ansprüche sind nicht vererbbar, nicht beleihbar und nicht übertragbar. Die Renten werden im Alter versteuert.
Die Bauherrenhaftpflicht schützt den Bauherrn vor Schadensersatzforderungen Dritter, die durch das Bauvorhaben entstehen – etwa wenn ein Passant auf der Baustelle verletzt wird.
Als Bauherr trägt man Verkehrssicherungspflichten, auch wenn Firmen bauen. Die Privathaftpflicht deckt Bauvorhaben meist nur bis zu einer bestimmten Bausumme mit ab.
Die Bauleistungsversicherung schützt einen Neubau oder Umbau während der Bauzeit gegen unvorhersehbare Schäden, zum Beispiel durch Sturm, Starkregen, Vandalismus oder Konstruktionsfehler.
Sie ersetzt Schäden an der Bauleistung selbst, die Bauherrenhaftpflicht dagegen Schäden bei Dritten. Beide ergänzen sich.
Eine Beitragsanpassung ist die Änderung des Versicherungsbeitrags während der Vertragslaufzeit, wenn die Bedingungen oder – etwa in der privaten Krankenversicherung – das Gesetz sie erlauben.
In der privaten Krankenversicherung darf der Versicherer den Beitrag nur nach den gesetzlichen Rechnungsgrundlagen anpassen, etwa wenn die Leistungsausgaben dauerhaft steigen. Nach einer Beitragserhöhung besteht in vielen Sparten ein Sonderkündigungsrecht.
Die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit ist ein Zusatzbaustein, durch den der Versicherer die Beiträge eines Vertrags übernimmt, solange die versicherte Person berufsunfähig ist.
Häufig bei Renten- und Lebensversicherungen: Die Vorsorge läuft weiter, obwohl kein Einkommen mehr fließt.
Bei einer Beitragsfreistellung zahlt der Versicherungsnehmer keine Beiträge mehr, der Vertrag bleibt aber mit reduzierter Leistung bestehen.
Sie ist bei Renten- und Lebensversicherungen eine Alternative zur Kündigung, etwa bei finanziellen Engpässen. Anders als bei einer Kündigung bleiben bereits erworbene Ansprüche im Vertrag.
Die Beitragsrückerstattung ist eine Rückzahlung von Beiträgen, die viele private Krankenversicherer leisten, wenn Versicherte in einem Kalenderjahr keine Leistungen eingereicht haben.
Ob sich das Selbstzahlen kleiner Rechnungen lohnt, ist eine Rechenfrage: Rückerstattung gegen Rechnungsbetrag. Ein garantierter Anspruch ist sie meist nicht.
Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, wegen Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer ganz oder teilweise nicht mehr ausüben kann.
So definiert es das Versicherungsvertragsgesetz. Viele Tarife zahlen die vereinbarte BU-Rente, wenn eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent voraussichtlich sechs Monate andauert – maßgeblich ist aber der einzelne Vertrag. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht als Ersatz des Einkommens meist nicht aus.
Die betriebliche Altersversorgung (bAV) umfasst Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung, die ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten aus Anlass des Arbeitsverhältnisses zusagt.
Es gibt fünf Durchführungswege: Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Finanziert wird sie vom Arbeitgeber, über Entgeltumwandlung oder aus beidem. Auch wenn ein externer Träger zahlt, steht der Arbeitgeber für die Zusage ein.
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine private Krankenzusatzversicherung, die ein Arbeitgeber für seine Beschäftigten abschließt und bezahlt – etwa für Zahnersatz, Vorsorge oder Brillen.
Sie gilt als Instrument, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Anders als bei einer privaten Einzelpolice entfallen die Gesundheitsfragen häufig.
Die Betriebshaftpflicht ist die Haftpflichtversicherung eines Unternehmens: Sie prüft Schadensersatzforderungen Dritter, wehrt unberechtigte ab und bezahlt berechtigte.
Versichert sind Personen-, Sach- und daraus folgende Vermögensschäden, die im Betrieb, durch Mitarbeiter oder – je nach Vereinbarung – durch Produkte entstehen. Berufliche Schäden sind in der Privathaftpflicht ausgeschlossen.
Die Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt den entgangenen Gewinn und die weiterlaufenden Kosten, wenn ein Betrieb nach einem versicherten Sachschaden – etwa einem Brand – stillsteht.
Die Sachversicherung bezahlt die zerstörte Maschine, die Betriebsunterbrechungsversicherung die Miete, Löhne und den Gewinn der Wochen, bis wieder produziert werden kann. Achtung: Im Gewerbe steht „BU“ oft für Betriebsunterbrechung, nicht für Berufsunfähigkeit.
Das Bezugsrecht legt fest, wer die Leistung einer Lebens- oder Rentenversicherung im Versicherungsfall erhält – zum Beispiel der Ehepartner beim Tod der versicherten Person.
Ein widerrufliches Bezugsrecht kann der Versicherungsnehmer jederzeit ändern, ein unwiderrufliches nur mit Zustimmung des Begünstigten. Ohne benanntes Bezugsrecht fällt die Leistung in der Regel in den Nachlass.
Die Bürgschaftsversicherung (Kautionsversicherung) stellt Bürgschaften für ein Unternehmen – etwa Vertragserfüllungs- oder Gewährleistungsbürgschaften –, ohne dass dafür die Kreditlinie der Hausbank belastet wird.
Vor allem im Baugewerbe verlangen Auftraggeber solche Sicherheiten. Die Versicherung übernimmt die Rolle des Bürgen gegen einen Beitrag.
Nach dem Claims-made-Prinzip (Anspruchserhebungsprinzip) ist ein Schaden versichert, wenn der Anspruch während der Vertragslaufzeit gegen den Versicherten erhoben wird – unabhängig davon, wann der Fehler begangen wurde.
Es ist typisch für die D&O-Versicherung. Wer den Versicherer wechselt oder den Vertrag beendet, sollte deshalb auf Rückwärtsdeckung und Nachhaftung achten.
Die Courtage ist die Vergütung, die ein Versicherungsmakler vom Versicherer für die Vermittlung und Betreuung eines Vertrags erhält.
Sie ist in aller Regel bereits im Beitrag einkalkuliert. Kundinnen und Kunden eines Maklers zahlen deshalb für Beratung und Betreuung meist kein gesondertes Honorar.
Die Cyberversicherung deckt die finanziellen Folgen von Hackerangriffen, Datenverlust und IT-Ausfällen – sowohl eigene Schäden (Wiederherstellung, Betriebsunterbrechung) als auch Ansprüche Dritter.
Viele Tarife bieten zusätzlich eine Soforthilfe durch IT-Forensiker rund um die Uhr. Klassische Haftpflicht- und Sachversicherungen schließen Cyberrisiken häufig aus.
Die Deckungssumme ist der Höchstbetrag, den ein Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherer je Schadenfall oder Versicherungsjahr zahlt.
Reicht sie nicht aus, haftet der Versicherte für den Rest selbst – bei schweren Personenschäden können das Millionenbeträge sein. Viele Tarife nennen eine pauschale Summe für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
Eine Deckungszusage ist die schriftliche Bestätigung des Versicherers, dass er für einen bestimmten Fall Versicherungsschutz gewährt – typischerweise in der Rechtsschutzversicherung vor einem Prozess.
Wer vor Klageerhebung oder Anwaltsbeauftragung eine Deckungszusage einholt, weiß, dass die Kosten übernommen werden. In der Praxis beantragt der Anwalt sie oft direkt beim Versicherer.
Deliktunfähig ist, wer für einen Schaden, den er anderen zufügt, gesetzlich nicht verantwortlich ist – vor allem Kinder unter sieben Jahren.
Bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen, Schienen- oder Schwebebahnen gilt die Grenze sogar bis zum zehnten Geburtstag, sofern das Kind nicht vorsätzlich handelt. Weil dann niemand haftet, zahlt auch keine Haftpflichtversicherung – es sei denn, der Tarif schließt Schäden durch deliktunfähige Kinder ausdrücklich ein.
Auch:
deliktunfähig, Kinder haften nicht, Aufsichtspflicht
Die Direktversicherung ist ein Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung: Der Arbeitgeber schließt eine Lebens- oder Rentenversicherung auf das Leben des Arbeitnehmers ab, der Arbeitnehmer ist bezugsberechtigt.
Sie wird oft über Entgeltumwandlung finanziert und ist bis zu gesetzlichen Grenzen steuer- und sozialabgabenbegünstigt. Beim Arbeitgeberwechsel kann der Vertrag mitgenommen oder privat fortgeführt werden.
Die D&O-Versicherung (Directors and Officers) ist eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte, die persönlich für Pflichtverletzungen haften.
Sie deckt sowohl Ansprüche des eigenen Unternehmens (Innenhaftung) als auch Dritter (Außenhaftung). Abgeschlossen wird sie meist vom Unternehmen für seine Organe.
Die Drohnenversicherung ist eine Haftpflichtversicherung für Halter von Drohnen und Modellflugzeugen – in Deutschland für den Halter eines Luftfahrzeugs gesetzlich vorgeschrieben.
Die Pflicht gilt unabhängig davon, ob privat oder gewerblich geflogen wird. Manche Privathaftpflichttarife schließen kleine Drohnen ein, gewerbliche Nutzung aber fast nie.
Die Dynamik ist eine vereinbarte regelmäßige Erhöhung von Beitrag und Leistung, damit die Absicherung mit Inflation und Einkommen mitwächst.
Die Erhöhung erfolgt ohne neue Gesundheitsprüfung und kann in der Regel abgelehnt werden. Wer mehrfach hintereinander widerspricht, verliert das Recht häufig. Davon zu unterscheiden ist die Leistungsdynamik, bei der eine laufende Rente im Leistungsfall steigt.
Ein Eigenschaden ist ein Schaden, den ein Versicherter selbst erleidet – im Unterschied zum Drittschaden, der einem anderen entsteht und über die Haftpflicht läuft.
Die Cyberversicherung etwa ersetzt Eigenschäden wie die Wiederherstellung der Systeme oder den Umsatzausfall. Die Vertrauensschadenversicherung ersetzt Eigenschäden durch Betrug von Mitarbeitern.
Die Elektronikversicherung ist eine Allgefahrendeckung für elektronische Geräte und Anlagen eines Betriebs, zum Beispiel Computer, Telefonanlagen oder Medizintechnik.
Versichert sind auch Bedienungsfehler, Überspannung oder Feuchtigkeit – Ursachen, die eine normale Inhaltsversicherung nicht abdeckt.
Ein Elementarschaden ist ein Schaden durch Naturgefahren wie Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen oder Vulkanausbruch.
Die normale Wohngebäude- und Hausratversicherung deckt nur Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser. Elementarschäden sind nur mit einem zusätzlichen Baustein versichert. Gerade in Berlin mit versiegelten Flächen führt Starkregen regelmäßig zu vollgelaufenen Kellern.
Entgeltumwandlung heißt: Ein Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts, der stattdessen in die betriebliche Altersversorgung fließt.
Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Anspruch darauf – bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Spart der Arbeitgeber dadurch Sozialversicherungsbeiträge, muss er bei Pensionsfonds, Pensionskasse und Direktversicherung 15 Prozent des umgewandelten Betrags zusätzlich einzahlen.
Der Erstbeitrag ist die erste Zahlung nach Abschluss eines Versicherungsvertrags; er ist unverzüglich nach Ablauf von 14 Tagen nach Zugang des Versicherungsscheins fällig.
Wird er nicht rechtzeitig gezahlt, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten und ist bei einem Schaden in dieser Zeit grundsätzlich leistungsfrei. Beim Folgebeitrag muss er dagegen zuerst eine Zahlungsfrist setzen.
Die Erwerbsminderungsrente ist die Rente der gesetzlichen Rentenversicherung für Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können.
Teilweise erwerbsgemindert ist, wer weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann; voll erwerbsgemindert, wer weniger als drei Stunden schafft. Maßstab ist jede Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, nicht der eigene Beruf – deshalb reicht die Rente selten zum Leben.
Erwerbsunfähig im Sinne privater Versicherungen ist, wer wegen Krankheit oder Unfall voraussichtlich auf Dauer keiner Erwerbstätigkeit mehr in nennenswertem Umfang nachgehen kann – egal in welchem Beruf.
Viele Tarife stellen darauf ab, ob man auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch drei Stunden täglich arbeiten kann. Die Hürde ist damit deutlich höher als bei der Berufsunfähigkeit, der Beitrag dafür niedriger.
Factoring ist der Verkauf offener Forderungen an einen spezialisierten Finanzdienstleister (Factor), der den Rechnungsbetrag sofort auszahlt und – beim echten Factoring – auch das Ausfallrisiko übernimmt.
Unternehmen verbessern so ihre Liquidität, ohne auf das Zahlungsziel ihrer Kunden zu warten. Factoring ist keine Versicherung, verfolgt aber ein ähnliches Ziel wie die Warenkreditversicherung.
Grob fahrlässig handelt, wer die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maß verletzt – also nicht beachtet, was jedem einleuchten müsste, etwa eine brennende Kerze in der leeren Wohnung.
Führt der Versicherungsnehmer den Schaden grob fahrlässig herbei, darf der Versicherer seine Leistung nach der Schwere des Verschuldens kürzen. Viele gute Tarife verzichten darauf ganz oder bis zu einer bestimmten Summe – ein wichtiges Vergleichskriterium in Hausrat- und Wohngebäudeversicherung.
Auch:
grob fahrlässig, Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit
Der Folgebeitrag ist jeder Beitrag, der nach dem Erstbeitrag fällig wird.
Zahlt der Versicherungsnehmer nicht, muss der Versicherer eine Zahlungsfrist von mindestens zwei Wochen in Textform setzen und die Rückstände genau beziffern. Erst nach Fristablauf kann er leistungsfrei werden oder kündigen.
Ein Folgeschaden ist ein Schaden, der sich aus einem ersten Schaden ergibt – zum Beispiel der Schimmel nach einem Leitungswasserschaden oder der Umsatzausfall nach einem Brand.
Ob Folgeschäden versichert sind, regelt der jeweilige Vertrag. In der Haftpflicht spricht man bei Vermögensschäden, die aus einem Personen- oder Sachschaden folgen, von unechten Vermögensschäden.
Die Forderungsausfalldeckung ist ein Baustein der Privathaftpflicht: Sie zahlt, wenn Sie selbst geschädigt werden und der Schädiger weder versichert ist noch zahlen kann.
Voraussetzung ist in der Regel ein rechtskräftiges Urteil und ein erfolgloser Vollstreckungsversuch. Der eigene Versicherer tritt dann so ein, als hätte der Schädiger eine Haftpflicht mit Ihrem Tarif gehabt.
Gefährdungshaftung ist eine Haftung ohne Verschulden: Wer eine besondere Gefahrenquelle hält – etwa ein Tier, ein Auto oder eine Drohne –, haftet für Schäden, auch wenn er nichts falsch gemacht hat.
Klassisches Beispiel ist der Tierhalter: Verletzt sein Hund einen Menschen, muss er den Schaden ersetzen. Deshalb ist eine Tierhalterhaftpflicht für Hundehalter so wichtig.
Eine Gefahrerhöhung ist eine Veränderung nach Vertragsschluss, die einen Schaden wahrscheinlicher oder größer macht – zum Beispiel ein Baugerüst am Haus, dauerhafter Leerstand oder eine neue gefährliche Tätigkeit.
Ohne Einwilligung des Versicherers darf der Versicherungsnehmer keine Gefahrerhöhung vornehmen; erkennt er sie nachträglich, muss er sie unverzüglich anzeigen. Sonst drohen Kündigung und Leistungskürzung.
Ein Gefälligkeitsschaden entsteht, wenn jemand einem anderen unentgeltlich hilft und dabei etwas beschädigt – typisch ist der Freundschaftsdienst beim Umzug.
Rechtlich wird bei Gefälligkeiten oft ein stillschweigender Haftungsverzicht angenommen, so dass niemand haftet. Gute Privathaftpflichttarife zahlen trotzdem, weil sie Gefälligkeitsschäden ausdrücklich einschließen.
Der gleitende Neuwert ist ein Verfahren der Wohngebäudeversicherung, bei dem die Versicherungssumme als Wert von 1914 festgelegt und über einen jährlich angepassten Baupreisindex auf heutige Baukosten hochgerechnet wird.
So wächst der Versicherungsschutz automatisch mit den Baupreisen mit, und bei korrekter Ermittlung des Werts 1914 verzichtet der Versicherer auf den Einwand der Unterversicherung.
Die Gliedertaxe ist eine Tabelle in der Unfallversicherung, die für den Verlust oder die Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile und Sinnesorgane feste Invaliditätsgrade vorgibt.
Ein Beispiel: Für den vollständigen Verlust eines Daumens gilt ein fester Prozentsatz, der sich mit der vereinbarten Versicherungssumme zur Auszahlung verrechnet. Tarife mit verbesserter Gliedertaxe setzen höhere Prozentsätze an.
Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn eine versicherte körperliche oder geistige Grundfähigkeit dauerhaft verloren geht – etwa Sehen, Sprechen, Gehen, Treppensteigen, Autofahren oder Gebrauch der Hände.
Anders als die Berufsunfähigkeitsversicherung fragt sie nicht, ob der Beruf noch ausgeübt werden kann. Sie ist eine Alternative für Menschen, die keine oder nur eine sehr teure BU bekommen, etwa in körperlich harten Berufen.
Die Gruppenunfallversicherung ist eine private Unfallversicherung, die ein Arbeitgeber für mehrere Beschäftigte gemeinsam abschließt – oft rund um die Uhr, also auch in der Freizeit.
Die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur Arbeits- und Wegeunfälle. Die Gruppenunfallversicherung ergänzt diesen Schutz und ist als Zusatzleistung für Mitarbeitende beliebt.
Die gesetzliche Haftpflicht ist die Pflicht, einem anderen den Schaden zu ersetzen, den man ihm widerrechtlich zugefügt hat – zum Beispiel an Leben, Körper, Gesundheit oder Eigentum.
In Deutschland haftet man dafür grundsätzlich unbegrenzt mit dem eigenen Vermögen. Eine Haftpflichtversicherung prüft die Forderung, zahlt berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte ab – auch vor Gericht.
Die Haftzeit ist der Zeitraum, für den eine Betriebsunterbrechungsversicherung den Ertragsausfall nach einem Schaden höchstens ersetzt, zum Beispiel zwölf oder 24 Monate.
Sie sollte so bemessen sein, dass sie auch lange Lieferzeiten für Maschinen und eine Anlaufphase danach abdeckt.
Die häusliche Gemeinschaft beschreibt Personen, die dauerhaft zusammen in einem Haushalt leben und gemeinsam wirtschaften.
Sie ist in der Privathaftpflicht wichtig: Mitversicherte Partner und Kinder in häuslicher Gemeinschaft können sich gegenseitig meist keine Schäden ersetzen lassen, weil Ansprüche untereinander ausgeschlossen sind.
Hausrat sind alle beweglichen Gegenstände eines Haushalts, die dem Gebrauch oder Verbrauch dienen – Möbel, Kleidung, Elektronik, Bargeld und Wertsachen bis zu bestimmten Grenzen.
Die Hausratversicherung ersetzt diese Gegenstände zum Neuwert nach Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel sowie Einbruchdiebstahl und Vandalismus nach einem Einbruch. Faustregel: Hausrat ist alles, was herausfallen würde, wenn man die Wohnung auf den Kopf stellt.
Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht schützt Eigentümer eines Grundstücks oder vermieteten Hauses vor Ansprüchen Dritter, die aus dem Besitz entstehen – etwa wenn ein Passant auf dem nicht geräumten Gehweg stürzt.
Für selbst bewohnte Einfamilienhäuser ist das Risiko oft in der Privathaftpflicht enthalten, für vermietete Objekte und Mehrfamilienhäuser in der Regel nicht.
Die Inhaltsversicherung ist das gewerbliche Gegenstück zur Hausratversicherung: Sie versichert Einrichtung, Waren, Vorräte und Maschinen eines Betriebs gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und Einbruchdiebstahl.
Auf Wunsch kommen Elementarschäden, Glas und Betriebsunterbrechung hinzu. Die Summe sollte regelmäßig an den tatsächlichen Wert angepasst werden, sonst droht Unterversicherung.
Invalidität ist in der Unfallversicherung eine unfallbedingte dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit; dauerhaft heißt, dass sie voraussichtlich länger als drei Jahre besteht.
Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Invaliditätsgrad – bei Armen, Beinen und Sinnesorganen nach der Gliedertaxe – und nach der vereinbarten Versicherungssumme.
Die Jagdhaftpflicht deckt Schäden, die ein Jäger bei der Jagd verursacht; ohne sie wird in Deutschland kein Jagdschein erteilt.
Das Bundesjagdgesetz verlangt dafür Mindestdeckungssummen von 500.000 Euro für Personenschäden und 50.000 Euro für Sachschäden. In der Praxis werden meist deutlich höhere Summen vereinbart.
Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) ist das Bruttojahreseinkommen, ab dem Angestellte nicht mehr pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung sind und in die private Krankenversicherung wechseln können.
Die Grenze wird jedes Jahr neu festgelegt. Selbstständige und Beamte können unabhängig davon privat versichert sein.
Auch:
JAEG, Versicherungspflichtgrenze, Wechsel in die PKV
Die Karenzzeit ist der Zeitraum zu Beginn eines Leistungsfalls, in dem die Versicherung noch nicht zahlt – etwa beim Krankentagegeld die ersten 42 Tage, weil so lange der Arbeitgeber das Gehalt weiterzahlt.
Je länger die Karenzzeit, desto günstiger der Beitrag. Selbstständige wählen sie passend zu ihren Rücklagen.
Krankengeld ist die Lohnersatzleistung der gesetzlichen Krankenkasse bei längerer Arbeitsunfähigkeit: 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoentgelts, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts.
Es wird gezahlt, wenn die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers endet. Wer mehr verdient als die Beitragsbemessungsgrenze, hat eine besonders große Lücke zum gewohnten Einkommen – die ein Krankentagegeld schließen kann.
Das Krankentagegeld ist eine private Versicherung, die bei Arbeitsunfähigkeit einen vereinbarten Betrag pro Tag zahlt, um Einkommensausfälle auszugleichen.
Für Selbstständige ist es oft die einzige Absicherung, weil sie keine Entgeltfortzahlung erhalten. Angestellte schließen damit die Lücke zwischen Krankengeld und Nettogehalt.
Ein unbefristeter Versicherungsvertrag kann von beiden Seiten nur zum Ende der laufenden Versicherungsperiode gekündigt werden; die Kündigungsfrist beträgt mindestens einen und höchstens drei Monate.
Verträge mit mehr als drei Jahren Laufzeit kann der Versicherungsnehmer zum Ende des dritten und jedes folgenden Jahres mit drei Monaten Frist kündigen. Daneben gibt es Sonderkündigungsrechte, etwa nach einem Schaden oder einer Beitragserhöhung. Tipp: Erst kündigen, wenn der neue Vertrag steht.
Die Kündigung nach dem Schadenfall ist ein Sonderkündigungsrecht: Nach einem Versicherungsfall können in der Sachversicherung beide Vertragsparteien kündigen, und zwar innerhalb eines Monats nach Abschluss der Verhandlungen über die Entschädigung.
In der Haftpflichtversicherung gilt Ähnliches, sobald der Versicherer den Anspruch anerkannt oder zu Unrecht abgelehnt hat. Auch Versicherer nutzen dieses Recht – etwa nach mehreren Schäden kurz hintereinander.
Leitungswasser ist in Hausrat- und Wohngebäudeversicherung Wasser, das bestimmungswidrig aus Rohren, Armaturen, Heizungs- oder Klimaanlagen und angeschlossenen Geräten austritt.
Die Wohngebäudeversicherung zahlt zudem Frost- und Bruchschäden an den Rohren selbst. Nicht versichert ist Regen- oder Grundwasser – das ist ein Fall für den Elementarschutz.
Die Maklervollmacht berechtigt einen Versicherungsmakler, im Namen des Kunden gegenüber Versicherern zu handeln – etwa Angebote einzuholen, Verträge zu übertragen oder Schäden zu melden.
Zusammen mit dem Maklerauftrag regelt sie, welche Verträge der Makler betreut. Sie ist die Grundlage dafür, dass der Makler im Schadenfall auf der Seite des Kunden auftreten kann.
Die Maschinenversicherung ist eine Allgefahrendeckung für Maschinen und technische Anlagen, die unvorhergesehene Schäden wie Bedienungsfehler, Materialfehler, Kurzschluss oder Überspannung ersetzt.
Sie schließt die Lücke, die eine Feuer- und Einbruchversicherung lässt. Oft wird sie mit einer Maschinen-Betriebsunterbrechungsversicherung kombiniert.
Ein Mietsachschaden ist ein Schaden, den ein Mieter an der gemieteten Wohnung oder am gemieteten Gebäude verursacht – etwa ein Brandfleck im Parkett oder ein gesprungenes Waschbecken.
Die Privathaftpflicht deckt Mietsachschäden an Gebäuden meist mit ab, oft mit eigener Höchstsumme. Ausgenommen sind in der Regel Abnutzung, Verschleiß und Schäden an Heizungs- und Elektrogeräten.
Mitversicherte Personen sind Menschen, die über den Vertrag eines anderen geschützt sind, ohne selbst Versicherungsnehmer zu sein – in der Privathaftpflicht etwa Ehe- oder Lebenspartner und Kinder.
Unverheiratete Kinder sind häufig bis zum Ende der ersten Ausbildung mitversichert. Wer genau dazugehört, regelt der jeweilige Tarif.
Eine Multi-Risk-Versicherung kombiniert mehrere Leistungsauslöser in einem Vertrag, zum Beispiel Verlust von Grundfähigkeiten, schwere Krankheiten, Pflegebedürftigkeit und Unfallinvalidität.
Sie ist eine Option für Menschen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten. Leistungen werden meist als Rente oder Einmalbetrag gezahlt.
Die Nachhaftung (Nachmeldefrist) ist ein Zeitraum nach Vertragsende, in dem Schäden aus der Vertragslaufzeit noch gemeldet werden können und versichert bleiben.
Sie ist bei Verträgen nach dem Claims-made-Prinzip wie der D&O- und der Vermögensschadenhaftpflicht entscheidend – etwa wenn ein Geschäftsführer ausscheidet oder ein Freiberufler in den Ruhestand geht.
Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die Leistung eines Vertrags bei bestimmten Lebensereignissen ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen – etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf oder Gehaltssprung.
Sie ist besonders in der Berufsunfähigkeitsversicherung wertvoll: Wer jung und gesund abschließt, kann die Rente später anpassen, auch wenn sich die Gesundheit inzwischen verschlechtert hat. Fristen und Höchstgrenzen regelt der Tarif.
Der Neuwert ist der Betrag, der nötig ist, um eine beschädigte oder zerstörte Sache in gleicher Art und Güte neu zu kaufen oder wiederherzustellen.
Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen entschädigen in der Regel zum Neuwert, nicht zum Zeitwert. Für einen fünf Jahre alten Fernseher gibt es also so viel, wie ein vergleichbares neues Gerät heute kostet.
Eine Obliegenheit ist eine Verhaltensregel, die der Versicherungsnehmer einhalten muss, um seinen Versicherungsschutz zu behalten – etwa einen Schaden unverzüglich zu melden oder Sicherheitsvorschriften zu beachten.
Anders als eine echte Pflicht kann der Versicherer sie nicht einklagen. Verletzt der Versicherungsnehmer sie vorsätzlich, kann der Versicherer leistungsfrei sein; bei grober Fahrlässigkeit darf er die Leistung kürzen. Einfache Fahrlässigkeit bleibt folgenlos.
Auch:
Obliegenheitsverletzung, Pflichten des Versicherungsnehmers
Der passive Rechtsschutz ist die Aufgabe jeder Haftpflichtversicherung, unberechtigte Schadensersatzforderungen abzuwehren – wenn nötig auch vor Gericht und auf Kosten des Versicherers.
Er wird oft unterschätzt: Auch wenn Sie gar nicht haften, kostet die Abwehr einer Forderung Zeit und Anwaltsgebühren. Die Haftpflichtversicherung übernimmt das.
Der Pflegegrad beschreibt, wie stark die Selbstständigkeit eines pflegebedürftigen Menschen eingeschränkt ist; er wird mit einem gesetzlich festgelegten Begutachtungsinstrument ermittelt.
Es gibt fünf Pflegegrade. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt je nach Grad feste Beträge, die die tatsächlichen Kosten – vor allem im Pflegeheim – oft bei weitem nicht decken. Pflegezusatzversicherungen knüpfen ihre Leistung meist an den Pflegegrad.
Eine Pflichtversicherung ist eine Versicherung, deren Abschluss ein Gesetz vorschreibt – zum Beispiel die Kfz-Haftpflicht, die Haftpflicht für Drohnen oder die Jagdhaftpflicht.
Bei Pflichtversicherungen gelten Mindestdeckungssummen, und Geschädigte können ihren Anspruch in bestimmten Fällen direkt gegen den Versicherer richten (Direktanspruch).
Die Photovoltaikversicherung ist eine Allgefahrendeckung für Solaranlagen, die Schäden durch Sturm, Hagel, Überspannung, Marderbiss, Diebstahl, Bedienungsfehler und oft auch den Ertragsausfall ersetzt.
Die Wohngebäudeversicherung schließt fest montierte Anlagen teilweise ein, aber meist ohne Allgefahrendeckung und ohne Ertragsausfall. Für die Haftpflicht des Betreibers ist gesondert zu prüfen, ob die Privathaftpflicht das Einspeisen abdeckt.
Die private Krankenversicherung (PKV) ist eine Krankenvollversicherung bei einem privaten Versicherer, deren Beitrag sich nach Alter bei Eintritt, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang richtet – nicht nach dem Einkommen.
Zugang haben vor allem Selbstständige, Beamte und Angestellte oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die vereinbarten Leistungen sind vertraglich garantiert. Ein späterer Weg zurück in die gesetzliche Kasse ist nur eingeschränkt möglich.
Die Produkthaftpflicht ist Teil der Betriebshaftpflicht und deckt Schäden, die durch hergestellte oder gelieferte Produkte bei Dritten entstehen.
Beispiel: Ein gelieferter Bauteil versagt und verursacht beim Kunden einen Personen- oder Sachschaden. Für Hersteller und Händler ist dieser Baustein unverzichtbar; bei Zulieferern kommen oft erweiterte Deckungen für Aus- und Einbaukosten hinzu.
Die Progression ist eine Vereinbarung in der Unfallversicherung, nach der die Invaliditätsleistung bei höheren Invaliditätsgraden überproportional steigt.
Bei einer Progression von zum Beispiel 225 Prozent zahlt der Versicherer bei Vollinvalidität das 2,25-Fache der Grundsumme. So stehen bei schweren Unfällen, die einen Umbau von Wohnung und Auto nötig machen, deutlich höhere Beträge zur Verfügung.
Quotelung bedeutet, dass der Versicherer seine Leistung entsprechend der Schwere des Verschuldens anteilig kürzt, statt ganz oder gar nicht zu zahlen.
Sie greift vor allem bei grob fahrlässig herbeigeführten Schäden und bei grob fahrlässigen Obliegenheitsverletzungen. Wie hoch die Kürzung ausfällt, hängt vom Einzelfall ab.
Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten eines Rechtsstreits – Anwalt, Gericht, Gutachter und Zeugen – in den versicherten Lebensbereichen wie Privat, Beruf, Verkehr oder Wohnen.
Sie wird in Bausteinen abgeschlossen. Für die meisten Bereiche gilt eine Wartezeit, und Streitigkeiten, die bei Vertragsschluss schon absehbar waren, sind ausgeschlossen. Unternehmen sichern sich über einen Firmenrechtsschutz ab.
Die Regelversorgung ist die zahnmedizinisch notwendige Standardversorgung mit Zahnersatz, an der die gesetzliche Krankenkasse sich mit einem befundbezogenen Festzuschuss von 60 Prozent beteiligt.
Mit lückenlos geführtem Bonusheft steigt der Zuschuss. Alles darüber hinaus – etwa Implantate oder vollkeramische Kronen – zahlen gesetzlich Versicherte weitgehend selbst. Genau diese Lücke schließt eine Zahnzusatzversicherung.
Regress (Rückgriff) bedeutet, dass ein Versicherer, der einen Schaden bezahlt hat, sich das Geld beim eigentlichen Verursacher zurückholt.
Der Ersatzanspruch des Versicherten gegen den Schädiger geht per Gesetz auf den Versicherer über, soweit dieser den Schaden ersetzt. Der Versicherte darf diesen Anspruch nicht aufgeben, sonst riskiert er seine Leistung.
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge, bei der der Staat Zulagen zahlt und Beiträge als Sonderausgaben berücksichtigen kann.
Förderberechtigt sind vor allem Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamte sowie deren Ehepartner. Ob sich Riester lohnt, hängt stark von Einkommen und Kinderzahl ab – das sollte man im Einzelfall durchrechnen.
Die Risikolebensversicherung zahlt eine vereinbarte Summe, wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt – sie sichert Familie, Partner oder einen Immobilienkredit ab.
Anders als die Kapitallebensversicherung spart sie kein Geld an: Überlebt die versicherte Person das Vertragsende, wird nichts ausgezahlt. Deshalb ist sie vergleichsweise günstig.
Der Rückkaufswert ist der Betrag, den der Versicherer bei Kündigung einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung auszahlt.
Vor allem in den ersten Jahren liegt er häufig deutlich unter der Summe der eingezahlten Beiträge, weil Abschluss- und Verwaltungskosten bereits verrechnet sind. Eine Beitragsfreistellung kann die bessere Alternative sein.
Rückstau entsteht, wenn Wasser aus der öffentlichen Kanalisation – meist nach Starkregen – über die Abflussleitungen in das Gebäude zurückgedrückt wird.
Rückstauschäden sind in der Regel nur über den Elementarschadenbaustein versichert. Viele Versicherer verlangen eine funktionsfähige Rückstausicherung.
Die Rückwärtsdeckung erweitert den Versicherungsschutz auf Pflichtverletzungen, die vor Vertragsbeginn begangen wurden, aber erst während der Laufzeit bekannt und gemeldet werden.
Sie ist in der D&O- und Vermögensschadenhaftpflicht üblich. Ausgeschlossen bleibt, was dem Versicherten bei Vertragsschluss schon bekannt war.
Das Sachverständigenverfahren ist ein in vielen Sachversicherungen vereinbartes Verfahren, mit dem Versicherungsnehmer und Versicherer Streit über die Höhe eines Schadens außergerichtlich durch Gutachter klären lassen.
Jede Seite benennt einen Sachverständigen; können sie sich nicht einigen, entscheidet ein Obmann. Das Verfahren ist oft schneller und günstiger als ein Prozess.
Die Schadenregulierung ist die Bearbeitung eines Schadenfalls durch den Versicherer – von der Schadenmeldung über die Prüfung der Deckung bis zur Auszahlung.
Ein Makler begleitet diesen Prozess auf Seiten des Kunden: Er hilft beim Melden, sammelt Unterlagen und widerspricht, wenn der Versicherer zu wenig zahlt. Wichtig ist, Schäden unverzüglich zu melden und Belege aufzubewahren.
Die Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread-Disease-Versicherung) zahlt eine einmalige Summe, wenn bei der versicherten Person eine im Vertrag genannte schwere Erkrankung diagnostiziert wird – etwa Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Die Leistung hängt nicht davon ab, ob man weiterarbeiten kann. Sie ergänzt die Einkommensabsicherung und verschafft finanziellen Spielraum in einer schweren Lebensphase.
Die Selbstbeteiligung (Selbstbehalt) ist der Teil eines Schadens, den der Versicherungsnehmer selbst trägt, bevor die Versicherung zahlt.
Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag. Sinnvoll ist sie für Kleinschäden, die man ohnehin selbst bezahlen könnte – nicht für Risiken, die existenzbedrohend sind.
Die Sterbegeldversicherung ist eine kleine Lebensversicherung, die im Todesfall eine Summe für die Bestattungskosten auszahlt, damit Angehörige finanziell entlastet werden.
Sie ist oft auch im höheren Alter und mit vereinfachten Gesundheitsfragen abschließbar. Häufig gilt in den ersten Jahren eine Staffelung der Leistung.
Sturm ist in der Sachversicherung eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 – so legen es die meisten Versicherungsbedingungen fest.
Lässt sich die Windstärke am Schadenort nicht messen, genügt meist der Nachweis, dass in der Umgebung ähnliche Schäden entstanden sind. Sturm und Hagel sind in Hausrat- und Wohngebäudeversicherung grundsätzlich enthalten, anders als Elementarschäden.
Subsidiarität bedeutet, dass eine Versicherung nur nachrangig leistet – also erst dann, wenn kein anderer Vertrag für den Schaden aufkommt.
Man findet sie häufig bei Zusatzdeckungen, etwa bei Auslandsreise- oder Kreditkartenversicherungen. Treffen zwei Subsidiaritätsklauseln aufeinander, kann es kompliziert werden – ein Grund, Verträge im Zusammenhang zu betrachten.
Der Tarifwechsel ist das gesetzliche Recht privat Krankenversicherter, innerhalb ihres Versicherers in einen anderen Tarif mit gleichartigem Schutz zu wechseln – unter Mitnahme der Alterungsrückstellungen.
Er ist oft der beste Hebel gegen steigende Beiträge, ohne den Versicherer zu wechseln und dabei Rückstellungen zu verlieren. Für Mehrleistungen im neuen Tarif kann der Versicherer eine Gesundheitsprüfung verlangen.
Die Tierhalterhaftpflicht ist eine Haftpflichtversicherung für Halter von Hunden, Pferden und anderen größeren Tieren, deren Schäden die Privathaftpflicht nicht abdeckt.
Weil Tierhalter verschuldensunabhängig haften, kann schon ein kurzer Moment teuer werden – etwa wenn ein Hund auf die Straße läuft und einen Radfahrer zu Fall bringt. Kleintiere wie Katzen sind meist über die Privathaftpflicht mitversichert.
Die Transportversicherung schützt Waren auf dem Transport – per Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug – gegen Verlust und Beschädigung, unabhängig davon, ob ein Frachtführer haftet.
Die gesetzliche Haftung von Spediteuren und Frachtführern ist oft begrenzt. Die Warentransportversicherung schließt diese Lücke; Transportunternehmen selbst sichern sich über eine Verkehrshaftungsversicherung ab.
Bei einer Überkreuzversicherung schließt jeder Partner die Risikolebensversicherung auf das Leben des anderen ab und ist selbst Versicherungsnehmer und Beitragszahler.
Stirbt ein Partner, erhält der andere die Leistung aus einem eigenen Vertrag. Dadurch kann bei unverheirateten Paaren mit geringem Freibetrag die Erbschaftsteuer auf die Versicherungssumme entfallen. Die steuerlichen Details sollte eine Steuerberatung prüfen.
Eine Überversicherung liegt vor, wenn die Versicherungssumme den tatsächlichen Wert der versicherten Sachen erheblich übersteigt.
Der Versicherer zahlt im Schaden trotzdem nie mehr als den tatsächlichen Schaden. Beide Seiten können deshalb verlangen, dass Summe und Beitrag sofort herabgesetzt werden.
Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.
So definiert es das Versicherungsvertragsgesetz für die private Unfallversicherung. Viele Tarife erweitern den Begriff vertraglich, etwa auf Verrenkungen durch erhöhte Kraftanstrengung. Krankheiten wie ein Herzinfarkt sind dagegen kein Unfall.
Eine Unterversicherung liegt vor, wenn die Versicherungssumme erheblich niedriger ist als der tatsächliche Wert der versicherten Sachen; der Versicherer zahlt dann nur anteilig.
Beispiel: Hausrat im Wert von 60.000 Euro ist mit 30.000 Euro versichert. Bei einem Schaden von 10.000 Euro zahlt der Versicherer nur 5.000 Euro – obwohl die Summe für diesen einen Schaden gereicht hätte. Viele Hausrattarife verzichten auf den Einwand, wenn eine bestimmte Summe je Quadratmeter Wohnfläche versichert ist (Unterversicherungsverzicht).
Auch:
Unterversicherungsverzicht, Versicherungssumme zu niedrig
Unverfallbarkeit bedeutet, dass ein Arbeitnehmer seine Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung behält, auch wenn er das Unternehmen vor Rentenbeginn verlässt.
Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften werden unverfallbar, wenn der Arbeitnehmer beim Ausscheiden mindestens 21 Jahre alt ist und die Zusage mindestens drei Jahre bestanden hat. Ansprüche aus Entgeltumwandlung sind von Anfang an unverfallbar.
Die Veranstaltungshaftpflicht schützt Veranstalter von Festen, Konzerten, Messen oder Firmenfeiern vor Schadensersatzansprüchen von Besuchern und Dritten.
Viele Vermieter von Veranstaltungsorten und Behörden verlangen einen Nachweis. Sie kann auch für eine einzelne Veranstaltung abgeschlossen werden.
Die Verkehrssicherungspflicht verpflichtet jeden, der eine Gefahrenquelle schafft oder unterhält – etwa ein Grundstück, eine Baustelle oder eine Veranstaltung –, zumutbare Vorkehrungen zum Schutz anderer zu treffen.
Typische Beispiele sind Schneeräumen und Streuen, lose Dachziegel oder ungesicherte Baugruben. Wer diese Pflicht verletzt, haftet für die Folgen. Abgesichert wird das über die Haus- und Grundbesitzer-, Bauherren- oder Betriebshaftpflicht.
Ein Vermögensschaden ist ein finanzieller Schaden, der weder ein Personen- noch ein Sachschaden ist; ein echter Vermögensschaden entsteht ohne vorherigen Personen- oder Sachschaden.
Beispiel: Ein Steuerberater versäumt eine Frist, der Mandant zahlt Säumniszuschläge. Solche echten Vermögensschäden deckt die Betriebshaftpflicht meist nicht – dafür gibt es die Vermögensschadenhaftpflicht. Folgt der finanzielle Schaden dagegen aus einem Personen- oder Sachschaden, spricht man von einem unechten Vermögensschaden.
Auch:
echter Vermögensschaden, unechter Vermögensschaden, reiner Vermögensschaden
Die Vermögensschadenhaftpflicht (VSH) ist eine Berufshaftpflicht für beratende Berufe, die echte Vermögensschäden ihrer Kunden durch berufliche Fehler abdeckt.
Für einige Berufe – etwa Rechtsanwälte, Steuerberater oder Versicherungsvermittler – ist sie gesetzlich vorgeschrieben. Auch IT-Dienstleister, Architekten und Unternehmensberater brauchen sie, weil ein Fehler schnell sechsstellige Folgen haben kann.
Die versicherte Person ist der Mensch, dessen Leben, Gesundheit oder Arbeitskraft versichert ist – sie muss nicht mit dem Versicherungsnehmer identisch sein.
Beispiel: Eltern schließen eine Unfallversicherung für ihr Kind ab. Die Eltern sind Versicherungsnehmer und zahlen, das Kind ist versicherte Person. Wird eine Lebensversicherung auf den Tod eines anderen abgeschlossen, muss dieser über einem bestimmten Betrag schriftlich einwilligen.
Ein Versicherungscheck ist die systematische Prüfung der bestehenden Versicherungsverträge auf Deckungslücken, Doppelversicherungen und überflüssige Bausteine.
Der Versicherungsfall ist das im Vertrag beschriebene Ereignis, das die Leistungspflicht des Versicherers auslöst – etwa der Brand, der Unfall oder der Eintritt der Berufsunfähigkeit.
Wann genau er eintritt, ist je nach Sparte unterschiedlich geregelt und entscheidet darüber, welcher Vertrag zuständig ist. In der Haftpflicht gilt meist das Schadenereignis, bei D&O die Anspruchserhebung.
Ein Versicherungsmakler vermittelt Versicherungen im Auftrag des Kunden, ohne von einem Versicherer damit betraut zu sein – er steht rechtlich auf der Seite des Kunden.
Anders als ein Versicherungsvertreter, der für einen oder mehrere Versicherer tätig ist, muss der Makler seinem Rat eine hinreichende Zahl von Versicherern und Verträgen am Markt zugrunde legen. Er braucht dafür eine Erlaubnis der IHK und ist im Vermittlerregister eingetragen. Witte & Grabert ist ein solcher unabhängiger Versicherungsmakler in Berlin.
Der Versicherungsnehmer ist der Vertragspartner des Versicherers: Er schließt den Vertrag ab, zahlt die Beiträge und hat die vertraglichen Rechte und Pflichten.
Er ist nicht zwingend auch die versicherte Person oder der Empfänger der Leistung. Diese Unterscheidung ist etwa bei Lebensversicherungen und Überkreuzversicherungen wichtig.
Die Versicherungsperiode ist der Zeitraum, für den der Beitrag berechnet wird – in der Regel ein Jahr; ihr Ende ist die Hauptfälligkeit.
Die Hauptfälligkeit ist der wichtigste Termin für eine ordentliche Kündigung. Sie steht im Versicherungsschein und muss nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen.
Der Versicherungsschein, auch Police genannt, ist die Urkunde, mit der der Versicherer den Abschluss des Vertrags dokumentiert; er nennt Vertragspartner, versicherte Risiken, Summen, Beitrag und Laufzeit.
Änderungen werden über Nachträge dokumentiert. Mit dem Zugang des Versicherungsscheins beginnen wichtige Fristen, etwa für die Zahlung des Erstbeitrags.
Die Versicherungssumme ist der im Vertrag vereinbarte Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer leistet; in der Sachversicherung sollte sie dem Versicherungswert der versicherten Sachen entsprechen.
Liegt sie deutlich darunter, droht Unterversicherung; liegt sie deutlich darüber, zahlt man unnötig Beitrag. In der Lebens- und Unfallversicherung bestimmt sie die Höhe der Auszahlung.
Nach dem Verstoßprinzip ist ein Schaden in dem Vertrag versichert, der zum Zeitpunkt des Fehlers (Verstoßes) bestand – auch wenn der Schaden erst Jahre später bekannt wird.
Es ist in der Vermögensschadenhaftpflicht vieler Berufe üblich. Das Gegenstück ist das Claims-made-Prinzip, bei dem es auf den Zeitpunkt der Anspruchserhebung ankommt.
Beim Vertragsbeginn werden drei Zeitpunkte unterschieden: der formelle (Vertragsschluss), der materielle (ab wann Schutz besteht) und der technische (ab wann Beitrag berechnet wird).
Meist fallen sie zusammen. Wichtig wird die Unterscheidung bei Wartezeiten und beim rechtzeitigen Zahlen des Erstbeitrags.
Auch:
formeller Beginn, materieller Beginn, technischer Beginn
Die Vertrauensschadenversicherung ersetzt Schäden, die einem Unternehmen durch vorsätzliche Handlungen von Mitarbeitern oder Dritten entstehen – etwa Unterschlagung, Betrug oder gefälschte Zahlungsanweisungen.
Eine Haftpflichtversicherung zahlt hier nicht, weil sie nur Schäden bei Dritten deckt. Moderne Tarife schließen auch Social-Engineering-Maschen wie den „Fake-President“-Betrug ein.
Auch:
Vertrauensschaden, Veruntreuung, Fake President, Betrug im Betrieb
Vorsätzlich handelt, wer einen Schaden wissentlich und willentlich herbeiführt oder ihn zumindest billigend in Kauf nimmt.
Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall vorsätzlich herbei, ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet. Vorsatz ist deshalb in praktisch allen Sparten ausgeschlossen.
Die Vorsorgeversicherung ist eine Regel in der Haftpflichtversicherung, nach der neu hinzukommende Risiken nach Vertragsschluss automatisch vorläufig mitversichert sind.
Beispiel: Sie schaffen sich einen Hund an. Bis Sie das neue Risiko melden, besteht – im Rahmen der Bedingungen und meist mit begrenzter Summe – bereits Schutz. Das neue Risiko muss nach Aufforderung innerhalb einer Frist angezeigt werden.
Die Warenkreditversicherung (WKV) schützt Unternehmen vor dem Ausfall ihrer Forderungen, wenn Kunden nach einer Lieferung auf Rechnung zahlungsunfähig werden.
Der Versicherer prüft zudem laufend die Bonität der Kunden und setzt Limits. So werden Forderungsausfälle nicht nur ersetzt, sondern oft schon vermieden.
Die Wartezeit ist ein Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem trotz bestehenden Vertrags noch kein Anspruch auf bestimmte Leistungen besteht.
Sie soll verhindern, dass jemand erst dann abschließt, wenn der Schaden absehbar ist. Typisch ist sie in der Rechtsschutz-, Kranken- und Zahnzusatzversicherung; ihre Länge regelt der Tarif.
Das Widerrufsrecht erlaubt Versicherungsnehmern, ihre Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung in Textform zu widerrufen.
Die Frist beginnt erst, wenn der Versicherungsschein, die Vertragsbestimmungen und eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung vorliegen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung.
Die Wohngebäudeversicherung versichert ein Wohnhaus mit allen fest verbundenen Bestandteilen gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Elementarschäden wie Starkregen und Überschwemmung sind nur mit einem Zusatzbaustein versichert. Für Immobilienkredite verlangen Banken die Wohngebäudeversicherung in aller Regel als Voraussetzung.
Die Zahnstaffel begrenzt in den ersten Jahren einer Zahnzusatzversicherung die maximale Erstattung pro Jahr; erst danach gilt der volle Leistungsumfang.
Sie soll verhindern, dass Versicherte erst unmittelbar vor einer teuren Behandlung abschließen. Unfälle sind oft von der Begrenzung ausgenommen. Eine bereits geplante oder angeratene Behandlung ist in aller Regel nicht versicherbar.
Die Zahnzusatzversicherung ist eine private Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung, die einen Teil der Kosten für Zahnersatz, Zahnbehandlung und oft auch professionelle Zahnreinigung übernimmt.
Tarife unterscheiden sich stark in der Erstattungshöhe – etwa 70, 90 oder 100 Prozent des Rechnungsbetrags – und in den Begrenzungen der ersten Jahre.
Der Zeitwert ist der Neuwert einer Sache abzüglich der Wertminderung durch Alter und Abnutzung.
Manche Verträge – etwa bei Sachen, deren Zeitwert unter einen bestimmten Anteil des Neuwerts gesunken ist – entschädigen nur zum Zeitwert. In der Haftpflicht ersetzt der Schädiger grundsätzlich nur den Zeitwert der beschädigten Sache, nicht den Neupreis.
Was ist der Unterschied zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter?
Ein Versicherungsvertreter arbeitet im Auftrag eines oder mehrerer Versicherer. Ein Versicherungsmakler arbeitet im Auftrag des Kunden und muss seinem Rat eine hinreichende Zahl von Versicherern und Verträgen am Markt zugrunde legen (§ 60 VVG). Bezahlt wird der Makler in der Regel über die Courtage, die im Beitrag bereits enthalten ist.
Was bedeutet Unterversicherung – und wie vermeide ich sie?
Unterversicherung heißt: Die Versicherungssumme ist deutlich niedriger als der Wert der versicherten Sachen. Dann zahlt der Versicherer nur anteilig – auch bei kleinen Schäden. Vermeiden lässt sie sich durch regelmäßiges Anpassen der Summe, in der Hausratversicherung durch einen Unterversicherungsverzicht und in der Wohngebäudeversicherung durch den gleitenden Neuwert.
Nach dem Gesetz darf der Versicherer seine Leistung kürzen, wenn der Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde – und zwar im Verhältnis zur Schwere des Verschuldens (§ 81 Abs. 2 VVG). Viele Hausrat- und Wohngebäudetarife verzichten aber vertraglich darauf. Das ist beim Vergleich eines der wichtigsten Kriterien.
Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit?
Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich auf Dauer ganz oder teilweise nicht mehr ausüben kann (§ 172 VVG). Erwerbsunfähig ist, wer praktisch keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kann – egal in welchem Beruf. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet deshalb deutlich früher.
Sind Starkregen und Überschwemmung in der Wohngebäudeversicherung enthalten?
Nein, nicht automatisch. Die Wohngebäudeversicherung deckt Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Starkregen, Überschwemmung und Rückstau gehören zu den Elementarschäden und sind nur über einen zusätzlichen Baustein versichert.
Neuwert oder Zeitwert – was zahlt die Versicherung?
Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen entschädigen in der Regel zum Neuwert, also so viel, wie eine gleichwertige neue Sache kostet. Wer dagegen von einem Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherung Ersatz verlangt, bekommt grundsätzlich nur den Zeitwert.
Die Erklärungen geben den allgemeinen Stand vom wieder. Gesetzesverweise führen zum amtlichen Wortlaut auf gesetze-im-internet.de, einem Angebot des Bundesministeriums der Justiz. Wo wir von „häufig“ oder „in der Regel“ sprechen, beschreiben wir übliche Tarifgestaltungen – maßgeblich sind immer die Bedingungen Ihres eigenen Vertrags.
Das Lexikon ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für eine Einschätzung Ihrer Verträge sprechen Sie uns gern an.