Private Rentenversicherung: Lohnt sich die Vorsorge?

· Witte & Grabert · 4 Min. Lesezeit
Private Rentenversicherung: Lohnt sich die Vorsorge?

Der Brief der Deutschen Rentenversicherung liegt schon ein paar Tage auf dem Küchentisch, bevor er wirklich gelesen wird. Die Renteninformation zeigt eine Zahl, die kleiner ausfällt als gedacht – und plötzlich stellt sich die Frage, wie der Lebensstandard im Alter eigentlich finanziert werden soll. Diese Situation kennen viele unserer Privatkundinnen und Privatkunden in Berlin. Die gesetzliche Rente bleibt das Fundament der Altersvorsorge, doch ob sie allein reicht, ist für die meisten eine offene Frage.

Die gesetzliche Rente: wichtige Basis, aber mit Grenzen

Die Politik hat das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent festgeschrieben. Das bedeutet: Ohne diese gesetzliche Haltelinie würden die Renten langsamer steigen als die Löhne. Gleichzeitig wird der reguläre Rentenbeginn schrittweise auf 67 Jahre angehoben, und wer früher in Rente gehen möchte, muss mit einem dauerhaften Abschlag von 0,3 Prozent pro Monat des vorzeitigen Bezugs rechnen. Für die Lebensplanung heißt das: Die gesetzliche Rente gibt Sicherheit, ersetzt aber bei vielen Erwerbsbiografien nicht automatisch den gewohnten Lebensstandard.

Wie groß die individuelle Lücke ausfällt, hängt von Einkommen, Versicherungsjahren und persönlichen Wünschen für den Ruhestand ab. Eine pauschale Zahl gibt es dafür nicht – wohl aber Wege, die Lücke gezielt zu verkleinern.

Private Rentenversicherung als zusätzlicher Baustein

Eine private Rentenversicherung funktioniert in zwei Phasen: In der Ansparphase zahlen Sie Beiträge ein, die je nach Tarif klassisch verzinst oder fondsgebunden angelegt werden. In der Rentenphase erhalten Sie daraus eine lebenslange Rente, bei vielen Tarifen alternativ auch eine Kapitalauszahlung. Welche Variante passt, hängt von der persönlichen Situation ab: von der Risikobereitschaft über den gewünschten Auszahlungszeitpunkt bis zur Frage, ob Hinterbliebene abgesichert werden sollen.

Neben der reinen Rentenhöhe lohnt sich auch ein Blick auf die Vertragsbedingungen: Wie hoch sind Abschluss- und Verwaltungskosten, lassen sich Beiträge bei Bedarf pausieren oder erhöhen, und wie flexibel ist eine spätere Teilauszahlung geregelt? Diese Details entscheiden oft stärker über den tatsächlichen Nutzen eines Vertrags als die reine Beitragshöhe. Wer früh mit der Vorsorge beginnt, profitiert außerdem von einer längeren Ansparzeit, in der sich Erträge über die Jahre aufbauen können.

Wer sich erst beim Blick in die eigene Renteninformation mit der Höhe der späteren gesetzlichen Rente auseinandersetzt, hat oft schon mehrere Jahre an möglicher Vorsorgezeit ungenutzt gelassen.

Als unabhängiger Makler schauen wir uns deshalb gemeinsam mit Ihnen an, welcher Baustein zu Ihrer Lebenssituation passt – ohne Empfehlung eines einzelnen Tarifs, sondern auf Basis einer Bedarfsanalyse.

Basisrente (Rürup-Rente) für Selbstständige und Gutverdienende

Für Selbstständige, die nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, kann die Basisrente, bekannt als Rürup-Rente, ein wichtiger Baustein sein. Die Beiträge sind seit 2023 zu 100 Prozent als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Für das Jahr 2026 liegt der Höchstbetrag bei 30.826 Euro für Alleinstehende und 61.652 Euro für zusammen veranlagte Paare; bei Angestellten mindern bereits geleistete Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung diesen Höchstbetrag. Im Gegenzug ist eine Basisrente nicht vorzeitig kündbar, nicht beleihbar und nur eingeschränkt vererbbar – die Auszahlung erfolgt ausschließlich als lebenslange Rente.

Ob sich eine Basisrente lohnt, hängt stark vom persönlichen Steuersatz, der Einkommenssituation und der gewünschten Flexibilität ab. Für Firmenkundinnen und -kunden, die ihren Mitarbeitenden zusätzlich eine betriebliche Altersvorsorge anbieten möchten, lohnt sich zudem ein Blick auf unsere Seite für Firmenkunden.

Private Vorsorge und Arbeitskraftabsicherung gehören zusammen

Eine Altersvorsorge ist nur so viel wert, wie sie auch durchgehalten werden kann. Fällt das Einkommen durch Krankheit oder Unfall über längere Zeit aus, geraten Sparpläne schnell ins Stocken. Deshalb empfehlen wir, die private Rentenversicherung oder Basisrente nicht isoliert zu betrachten, sondern zusammen mit der Frage, wie das Einkommen im Ernstfall abgesichert ist – etwa über eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Je nach Lebensphase und Zielsetzung kommen unterschiedliche Bausteine in Frage, zum Beispiel:

  • Klassische private Rentenversicherung mit Garantiezins für sicherheitsorientierte Sparerinnen und Sparer
  • Fondsgebundene Rentenversicherung mit höheren Renditechancen, aber auch höheren Schwankungen
  • Basisrente (Rürup) für Selbstständige mit steuerlichem Vorteil und lebenslanger Rentenpflicht
  • Kombination aus Altersvorsorge und Arbeitskraftabsicherung für einen durchgehenden Schutz

Zur Einordnung: Ab 2027 soll zusätzlich ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot eingeführt werden, das stärker auf breit gestreute Fondsanlagen setzt. Die genaue Ausgestaltung steht noch nicht abschließend fest, weshalb sich ein Blick auf die eigene Vorsorge schon heute lohnt, statt auf die Reform zu warten.

Unabhängig davon, welcher Baustein am Ende gewählt wird: Eine einmal abgeschlossene Altersvorsorge sollte nicht einfach liegen bleiben. Ändern sich Einkommen, Familiensituation oder berufliche Pläne, verändert sich meist auch der Vorsorgebedarf. Eine regelmäßige Überprüfung, etwa im Abstand von wenigen Jahren oder nach größeren Lebensereignissen, hilft dabei, Beitragshöhe und Vertragsform an die aktuelle Situation anzupassen.

Sie sind unsicher, ob Ihr Schutz ausreicht? Sprechen Sie uns unverbindlich an – wir beraten Sie als unabhängiger Makler.
Ihr Team von Witte & Grabert