Berufseinstieg: Diese Versicherungen sind jetzt wichtig

· Witte & Grabert · 4 Min. Lesezeit
Berufseinstieg: Diese Versicherungen sind jetzt wichtig

Der erste eigene Gehaltseingang, ein neuer Schreibtisch, vielleicht schon der Umzug in die erste eigene Wohnung – der Berufseinstieg fühlt sich nach einem echten Neuanfang an. Zwischen Einarbeitung, neuen Kolleginnen und Kollegen und dem ersten eigenen Budget bleibt für Versicherungsfragen oft wenig Zeit. Dabei endet mit dem Start ins Berufsleben häufig auch ein Schutz, der bislang selbstverständlich war: die Mitversicherung über die Familienpolice der Eltern.

Die eigene Haftpflichtversicherung wird zur Pflichtaufgabe

Solange Sie in Ausbildung oder Studium waren, waren Sie in der Regel über die private Haftpflichtversicherung Ihrer Eltern mitversichert. Mit Abschluss der Ausbildung oder des Studiums und dem Eintritt ins Berufsleben endet dieser Schutz üblicherweise. Wer dann keinen eigenen Vertrag abschließt, haftet im Schadensfall unter Umständen mit dem eigenen, oft noch überschaubaren Vermögen – und zwar unbegrenzt, etwa wenn beim Umzug in die neue Wohnung versehentlich ein teurer Boden beschädigt wird oder beim Radfahren eine andere Person verletzt wird. Eine private Haftpflichtversicherung gehört deshalb zu den ersten Verträgen, um die sich Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger kümmern sollten – unabhängig davon, ob die erste eigene Wohnung schon feststeht oder noch das Kinderzimmer der Eltern bewohnt wird.

Wichtig zu wissen: Manche Eltern-Policen sehen eine Mitversicherung volljähriger Kinder auch nach Ausbildungsende noch für eine gewisse Übergangszeit vor. Ein Blick in den bestehenden Vertrag oder ein kurzes Gespräch mit dem Versicherer schafft Klarheit darüber, ab wann tatsächlich eine eigene Police notwendig wird.

Berufsunfähigkeit: Ein Thema, das mit dem ersten Gehalt beginnt

Mit dem ersten eigenen Einkommen stellt sich auch die Frage, wie dieses Einkommen abgesichert ist, wenn der ausgeübte Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr ausgeübt werden kann. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird etwa jede vierte erwerbstätige Person mindestens einmal im Berufsleben berufsunfähig. Häufigste Ursache sind heute psychische Erkrankungen, gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats sowie Krebserkrankungen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht in vielen Fällen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Ein Vorteil für junge Berufstätige: Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung früh abschließt, kann sich in der Regel über die gesamte Vertragslaufzeit einen niedrigeren Beitrag sichern, da Eintrittsalter und aktueller Gesundheitszustand für die Beitragshöhe eine zentrale Rolle spielen. Einige Anbieter richten sich mit speziellen Einsteigertarifen gezielt an Auszubildende, Studierende und Berufseinsteigerinnen und -einsteiger.

Wer den Berufsunfähigkeitsschutz erst mit Mitte 30 oder später abschließt, zahlt für eine vergleichbare Absicherung häufig einen spürbar höheren Beitrag als beim Abschluss kurz nach dem Berufseinstieg – vorausgesetzt, der Gesundheitszustand lässt einen Abschluss zu diesem späteren Zeitpunkt überhaupt noch zu.

Rechtsschutz für den neuen Arbeitsalltag

Auch im Arbeitsverhältnis selbst kann es zu Konflikten kommen – etwa bei Fragen zur Kündigung, zum Arbeitszeugnis oder zu offenen Gehaltsansprüchen. Ohne Rechtsschutzversicherung tragen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Kostenrisiko eines Rechtsstreits grundsätzlich selbst, inklusive Anwalts-, Gerichts- und gegebenenfalls Gutachterkosten. Eine Rechtsschutzversicherung mit Baustein für den Berufs- und Arbeitsrechtsschutz kann diese Kosten abfedern und ermöglicht eine rechtliche Beratung, ohne die finanzielle Belastung allein tragen zu müssen. Gerade in den ersten Berufsjahren, in denen Arbeitsverträge, Probezeiten und neue Aufgabenbereiche noch ungewohnt sind, kann das eine spürbare Entlastung sein.

Was Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger zusätzlich prüfen sollten

Neben Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Rechtsschutzversicherung lohnt sich ein Blick auf weitere Punkte, die häufig mit dem Berufseinstieg zusammenhängen:

  • Zieht der neue Job einen Umzug in die erste eigene Wohnung nach sich, sollte parallel über eine Hausratversicherung nachgedacht werden.
  • Wird das eigene Auto künftig regelmäßig für den Arbeitsweg genutzt, lohnt ein Blick auf bestehende Kfz-Verträge und mögliche Rabattstufen.
  • Bietet der neue Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge an, sollten die Konditionen mit einer möglichen privaten Vorsorge verglichen werden.
  • Wer als Werkstudentin oder Werkstudent in eine Festanstellung wechselt, sollte prüfen, ob bestehende Versicherungen noch zum neuen Status passen.

Diese Themen betreffen nicht jede Person gleichermaßen, sind aber typische Anknüpfungspunkte, die mit dem Berufseinstieg auftauchen und in den ersten Monaten im neuen Job schnell aus dem Blick geraten, weil andere Aufgaben im Vordergrund stehen.

Strukturiert statt überstürzt vorgehen

Der Berufseinstieg muss nicht dazu führen, dass sämtliche Versicherungsfragen an einem einzigen Wochenende geklärt werden. Sinnvoll ist es, zunächst die Verträge zu betrachten, die im Schadensfall den größten finanziellen Schaden abwenden können – dazu zählen in aller Regel die private Haftpflichtversicherung wegen der grundsätzlich unbegrenzten Haftungsrisiken im Alltag sowie die Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Rechtsschutz und weitere Bausteine lassen sich in einem zweiten Schritt ergänzen, sobald ein Überblick über das eigene Budget besteht.

Da jede berufliche und private Situation unterschiedlich ist, lohnt sich ein individueller Vergleich der verfügbaren Tarife und Bedingungen, statt sich allein auf eine pauschale Empfehlung zu verlassen. Wer unsicher ist, welche Absicherung zur eigenen Lebenssituation passt, findet über eine unabhängige Beratung meist schneller einen Überblick als beim Vergleich einzelner Angebote im Alleingang.

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Ihr Team von Witte & Grabert