Cyberangriff: Ein Klick, und der Betrieb steht still

· Witte & Grabert · 3 Min. Lesezeit
Cyberangriff: Ein Klick, und der Betrieb steht still

Es beginnt fast immer harmlos. Eine E-Mail, die aussieht wie die eines Lieferanten, ein Anhang, ein Klick – und am nächsten Morgen lässt sich kein einziger Rechner mehr starten. Auf den Bildschirmen nur noch eine Forderung: Zahlen Sie, dann bekommen Sie Ihre Daten zurück. Für viele kleine und mittlere Betriebe in Berlin ist das längst keine ferne Schlagzeile mehr, sondern eine sehr reale Möglichkeit.

Mein Name ist Alexander Holländer, ich berate bei Witte & Grabert seit Jahren Gewerbekunden. Ich habe erlebt, wie aus einem einzigen unbedachten Klick ein Schaden wird, der einen gesunden Betrieb für Tage lahmlegt. In diesem Beitrag möchte ich ehrlich erklären, was in so einem Fall passiert – und was eine Cyberversicherung übernehmen kann und was nicht.

Warum gerade kleine Betriebe getroffen werden

Viele Inhaber denken: „Wir sind doch zu klein, uns trifft das nicht.“ Genau das ist der gefährliche Irrtum. Angreifer arbeiten heute automatisiert. Sie durchsuchen das Netz nach Sicherheitslücken, nicht nach großen Namen. Ein Handwerksbetrieb, eine Steuerkanzlei oder ein kleines IT-Unternehmen sind oft sogar leichtere Ziele, weil die IT-Sicherheit nebenher läuft und niemand in Vollzeit darauf schaut.

Dazu kommt: In kleinen Betrieben hängt das Tagesgeschäft fast vollständig an wenigen Rechnern und einem Server. Fällt der aus, steht nicht eine Abteilung still, sondern der ganze Laden. Keine Angebote, keine Rechnungen, kein Zugriff auf Kundendaten – und das oft mitten in der Auftragsspitze.

Was so ein Angriff wirklich kostet

Das geforderte Lösegeld ist dabei oft das kleinste Problem. Teuer wird vor allem das, was darum herum passiert: Die Tage, an denen nicht gearbeitet werden kann. Die Wiederherstellung der Daten, sofern überhaupt ein Backup existiert. Die IT-Fachleute, die das System forensisch untersuchen müssen. Und nicht zuletzt die gesetzlichen Pflichten – etwa die Meldung an die Datenschutzbehörde, wenn personenbezogene Kundendaten betroffen sind.

Der teuerste Teil eines Cyberangriffs ist selten das Lösegeld – es sind die Tage, an denen nichts mehr geht.

Rechnet man Betriebsunterbrechung, externe Hilfe und einen möglichen Vertrauensverlust bei Kunden zusammen, kommen schnell Summen zustande, die einen kleinen Betrieb ernsthaft ins Wanken bringen können. Anders als ein verbrannter Lagerbestand ist dieser Schaden zudem schwer greifbar – und genau deshalb wird er so leicht unterschätzt.

Was eine Cyberversicherung übernimmt – und was nicht

Eine Cyberversicherung ist im Kern ein Notfallnetz. Je nach Vertrag übernimmt sie typischerweise die Kosten für IT-Forensik und Wiederherstellung, den Verdienstausfall durch die Betriebsunterbrechung, Ansprüche Dritter sowie die Beratung in der akuten Krise – also Fachleute, die im Ernstfall genau wissen, was zuerst zu tun ist. Gerade dieser letzte Punkt wird unterschätzt: In den ersten Stunden eines Angriffs ist Orientierung oft mehr wert als Geld.

Genauso wichtig ist die ehrliche Kehrseite: Eine Police ersetzt keine Vorsorge. Wer keine Datensicherung hat, regelmäßige Updates verschleppt oder grob fahrlässig handelt, muss je nach Bedingungen mit Einschränkungen rechnen. Auch hier gilt, wie bei jeder Versicherung: Entscheidend ist nicht der Beitrag, sondern was im Kleingedruckten steht und wie gut der Vertrag zu Ihrem Betrieb passt.

Mein Rat als Makler

Cyberschutz beginnt nicht bei der Versicherung, sondern bei den Grundlagen: regelmäßige Backups, aktuelle Software und kurz geschulte Mitarbeiter, die eine verdächtige E-Mail erkennen. Die Versicherung ist das Auffangnetz für den Fall, dass es trotzdem passiert – und dieser Fall tritt häufiger ein, als den meisten lieb ist.

Wir bei Witte & Grabert sind ein unabhängiger Makler, an keinen Versicherer gebunden, und schauen mit Ihnen, welcher Schutz wirklich zu Ihrem Risiko passt. Einen Überblick über den gewerblichen Schutz finden Sie in unserem Bereich für Firmenkunden. Wenn Sie unsicher sind, wie gut Ihr Betrieb aufgestellt ist: Sprechen Sie uns unverbindlich an – über unsere Kontaktseite oder am Telefon. Lieber einmal zu viel nachgefragt als im Ernstfall ohne Plan dazustehen.

Bleiben Sie gut abgesichert,

Alexander Holländer, Witte & Grabert